Lindi Ortega

Lindi Ortega

Band: Lindi Ortega

Interviewer: Franziska

Datum: 28. November 2011

Die kanadische Sängerin Lindi Ortega macht modernen Country. Immer mit dabei: Ihre knallroten Cowboy-Stiefel, die 'Little red boots'. Mit uns sprach die Sängerin über ihre neue CD, ebenjene roten Stiefel und Country-Musik.

Farrelmagazine: Deine neue CD „Little Red Boots“ ist in Deutschland gerade veröffentlicht worden. Wovon handelt das Album?
Lindi Ortega: Es ist kein Konzeptalbum, also geht es nicht nur um eine Sache. Es gibt Songs, die von Einsamkeit handeln, andere handeln von Fröhlichkeit. Manche Songs sind finster, dunkel. Die ganze Skala grundsätzlicher menschlicher Emotionen wird abgedeckt.

Viele Songs hören sich vom Text an wie ein moderner Western. Wovon lässt du dich beim Schreiben der Songs inspirieren?
Musikalisch beeinflusst mich hauptsächlich traditionelle und Outlaw-Countrymusik. Lyrisch inspirieren mich vor allem meine eigenen Erfahrungen in der Liebe und im Leben und ich schreibe über diese Dinge so ehrlich wie es geht. Manchmal geht es auch um ein Buch, was ich gelesen habe, Leute, die ich interessant finde, oder Filme, die ich gesehen habe. Aber meistens geht es einfach darum, was ich persönlich erlebt habe.

Verrat uns die Geschichte hinter deinen 'little red boots'.
Ich habe diese Stiefel bekommen, als ich in Nashville war und Songs geschrieben habe. Auf der Tour danach habe ich angefangen, diese Stiefel zu tragen. Die Leute im Publikum haben dann so oft einen Kommentar zu diesen Stiefeln abgegeben, dass ich beschlossen habe, einen Song über sie zu schreiben. Dann habe ich sie die ganze Zeit getragen und es erschien mir passend, die CD nach ihnen zu benennen. Ich trage sie heute immer noch!

Du warst mit Künstlern wie Kevin Costner & The Modern West oder Brandon Flowers von den Killers auf Tour. Wie war das?
Es war eine tolle Erfahrung. Mit Mr. Costner zu touren war fantastisch, weil die Leute in den Midwestern States in den USA die Musik, die ich mache, wirklich gut verstanden haben. Ich hatte das Gefühl, dass meine Musik da wirklich Anklang findet. Die Sache mit Brandon Flowers war etwas anderes, weil ich Reserve-Sängerin dort war und das irgendwie passiert ist, ohne dass ich das eigentlich sein wollte. Aber ich habe eine Menge wertvolle Erfahrung bekommen und Teile von der Welt gesehen, die ich schon immer sehen wollte und konnte lustige Dinge machen, wie in Fernsehsendungen auftreten oder auf großen Festivals spielen.

Dein Debutalbum „The Taste of Forbidden Fruit“ ist schon vor mehr als zehn Jahren erschienen. Was hat sich seitdem für dich verändert?
So viel! Ich fühle mich wie ein komplett anderer Mensch. Eine Person kann rasant wachsen in mehr als einer Dekade und ich fühle mich, als hätte ich das getan. Ich habe so viel über mich gelernt und über die Musikindustrie, viele wertvolle Erfahrungen gemacht und viele Lektionen gelernt. Mir ist ziemlich bewusst, wer genau ich jetzt sein will und was für Musik ich machen will.


 


Fühlt es sich für dich komisch an, als Newcomer angesehen zu werden, obwohl du schon so viele Jahre Musik machst?
Ich fühle mich immer komisch, also das ist nichts Neues. Ich bin schon eine bisschen komische Lady! Es ist mir egal, als was die Leute mich beachten, solange sie das tun!

Was ist dein musikalischer Background?
Naja, ich hatte keinen Unterricht oder so was. Ich habe mir selbst beigebracht, Gitarre zu spielen und zu singen. Es ist wirklich ein Prozess, der nie endet, und ich bin immer ein Student von meiner Kunst.

Würdest du sagen, deine Musik ist klassischer Country?
Ich weiß gar nicht genau, als was ich es beschreiben würde. Klassischer Country ist für mich, was eigentlich in den 60er und 70er Jahren aufgenommen wurde. Ich habe mein Album 2010 gemacht... Der klassische Country beeinflusst mich auf jeden Fall, aber ich würde nicht für mich beanspruchen, ihn zu spielen. Ich versuche einfach, Musik zu machen, die die Leute in einer Art und Weise anspricht, die hoffentlich über die Zeit hinausgeht. Der letzte Teil dieser Aussage muss noch abgewartet werden, aber ich denke mal, die Zeit wird zeigen, ob meine Musik zehn oder zwanzig Jahre hält.

Gibt es schon Pläne für einen Nachfolger von „Little Red Boots“?
Ja. Ich schreibe die ganze Zeit und habe viele neue Songs. Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr ein neues Album aufnehmen kann.


 


lindiortega.ca
myspace.com/lindimusic

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