My City Burning

My City Burning

Band: My City Burning

Interviewer: Christopher

Datum: 19. April 2011

My City Burning haben am 15. April ihre neue Scheibe "Lone Wolves" veröffentlicht. In unserer Review erfahrt ihr alles Wissenswerte über das Studioalbum der Niederländer. Die Jungs starten im Moment richtig durch und haben eine lange Tour vor sich. Umso erfreulicher, dass Frontmann Igor sich die Zeit für ein paar Fragen genommen hat...


Ihr seid kurz davor, eure Tour zu beginnen. Seid ihr schon aufgeregt?
Wir sind super aufgeregt, wieder auf Tour zu gehen, insbesondere mit einer Band wie Blood For Blood! Die haben mit ihrer brutalen Ehrlichkeit und Energie in ihrer Musik einen bleibenden Eindruck auf uns gemacht. Ich weiß noch, dass ich sie vor acht oder neun Jahren live gesehen habe, und wir haben mit ihnen auf der letzten Persistence-Tour gespielt; sie waren damals schon hammer und sind es jetzt auch noch. Noch ein Vorteil dieser Shows ist, dass wir auch wieder mit H2O, No Turning Back und unseren Label-Mates Hoods spielen dürfen. Das wird super!

Ihr habt erklärtermaßen eine DIY-Arbeitseinstellung. Erzähl' uns davon.
Ich denke, bei uns ist es so, dass wir nicht herumsitzen und warten, dass etwas passiert. So war es von Anfang an. Wir haben vom ersten Tag an Songs geschrieben und unsere ersten paar Shows ein paar Monate später geplant. Ich habe viele Underground-Shows in Amsterdam organisiert, was uns die Gelegenheit gegeben hat, Shows zu tauschen. Als wir dann bereit waren, unsere Demo-EP aufzunehmen, haben wir innerhalb der Band alles getan, was dafür nötig war – Ramon, unser Gitarrist, hat die Aufnahmen und Abmischungen gemacht, ich hab' mich ums Design gekümmert. Als wir mit allem fertig waren, haben wir als Band alles getan, um Kontakte zu bekommen und die EP von da an die richtigen Orte zu schicken. Von da an ging es einfach weiter. Es ist harte Arbeit, aber unser Motto ist "Go hard or go home", weißt du?

Was bedeutet DIY für euch? Habt ihr jetzt, wo ihr auf einem Label seid, noch die Freiheit, das zu tun, was ihr wollt?
Naja, eine der guten Dinge an I Scream Records ist, dass sie selbst ziemlich DIY sind; sie behalten buchstäblich alles, was am Aufnahme- und Vermarktungsprozess eine Rolle spielt, genau im Auge, und das machen wir auch so. Laurens, dem I Scream Records gehört, spielt selbst in Bands und weiß, was eine Band will und braucht. Wir haben einen guten Draht zu ihm und eine gute Arbeitsbeziehung. Grundsätzlich bringt alles, was die Band weiterbringt, auch dem Label etwas und verdient es, von beiden Seiten angetrieben zu werden. Also ist es meistens kein Problem, das zu tun, was zur Hölle auch immer wir wollen, haha.

Was müssen wir über die holländische Hardcore-Szene wissen?
Die Szene ist ziemlich klein und eng verbunden – bevor du es weißt, kennst du jeden. Das Verrückte ist, da gibt es den 'puritanischen' Hardcore-Teil, und die moderneren Hardcore-Kids, die auch auf den ganzen Deathcore, modernen Metalcore und Emocore stehen. Wir haben uns immer irgendwo dazwischen bewegt. Eine Zeit lang haben wir die Oldschool-Leute nicht ganz überzeugt, und wir waren nicht beliebt und hübsch genug, um viele moderne Scene-Kids zu überzeugen. Haha. Wir haben es aber geschafft, uns unseren Weg in ihre Herzen zu erkämpfen. Zurück zur Frage; die meisten Hardcore-Shows in den Niederlanden werden von lokalen Promotern organisiert. Die größeren Venues haben wenig oder kein Interesse, also geht eine Menge cooler Scheiß in winzigen Clubs!

Ist es schwerer, berühmt zu werden und Fans und Shows an Land zu ziehen, wenn man nicht aus den USA oder Großbritannien kommt?
Es ist definitiv schwerer, seinen Fuß in die Tür zu bekommen, wenn man nicht aus den USA oder UK ist. Zugegeben, es gibt eine Menge cooler Bands, die aus diesen Ländern kommen, und als Kid hat man nur so und so viel Geld zum ausgeben. In dieser Hinsicht werden exotische Bands immer die Oberhand behalten. Das ist auch der Grund, warum die ganzen größeren Hardcore-Touren hauptsächlich mit Bands aus den USA oder Großbritannien sind. Es ist zu schade, dass viele Leute zu vergessen scheinen, dass auch das kontinentale Europa so viele unglaubliche Bands zu bieten hat. Unser Ziel ist es, alle aufzurütteln und das zu ändern!

Wie war es für euch, mit Bands wie Hatebreed, Machine Head und Poison the Well zu spielen?
Mit deinen Lieblingsbands zu spielen ist eine der besten Sachen daran, in einer Band zu sein, neben der Tatsache, dass du die ganze Zeit mit deinen besten Freunden abhängst. An der Venue ankommen, abhängen mit den Jungs, mit deren Musik du aufgewachsen bist, gegenseitig bei den Shows dabei sein – das ist einer der insgeheimen Gründe, warum jeder eine Band startet und danach strebt, wirklich gut zu sein. Das beste war für mich aber immer noch, mit Machine Head in Luxemburg zu spielen. Es war bis dahin die größte Venue, die wir je gespielt hatten. Allein bis zur Bühne zu laufen hat ungefähr fünf Minuten gedauert, weil der Backstage-Bereich so weit weg war. Mitten in der Show fanden wir heraus, dass Robb Flynn an der Seite stand und im Takt mitnickte. Die Show war im Nu vorbei, aber wir haben es gerockt! Verdammt surreal! Ich kann es nicht abwarten, im Juni mit Sick Of It All auf Tour zu gehen.

Shows scheinen euch am wichtigsten zu sein. Gibt es ein Ritual, irgendetwas, was ihr macht, bevor ihr auf die Bühne geht – oder auch auf der Bühne?
Das, was die meistens passiert, wenn wir die in einer Location ankommen, ist, dass wir uns den Arsch ablachen. Aber wenn es darum geht, die Sachen auf die Reihe zu kriegen, etwas aufzubauen oder sowas, dann sind wir toternst. Es geht immer um den Spaß, aber wir geben auch immer 200 Prozent. Jeder, der ein Ticket gekauft hat, hat für eine gute Show bezahlt. Kein halbherziger Kram! Die halbe Stunde vor der Show verbringen wir meistens damit, uns aufzuwärmen und uns in die richtige Stimmung zu bringen. Die Gigs werden immer besser und heißer, also tragen wir jetzt alle Shorts. Ein paar Mal wäre ich fast ohnmächtig geworden auf der Bühne, das hat mir eine Lektion erteilt. Den Rest der Nacht hängen wir einfach ab, haben Spaß und trinken ein paar Bier und Shots! Keine echten Rituale also, einfach echt Spaß.

Was ist das Beste an Shows?
Shows sind das, worum sich alles dreht – Energie, Schweiß, Moshpits, Stagedives, Singalongs. Das, was mir am meisten gibt, ist wenn Leute echt voll auf unsere Musik stehen und verdammt viel Spaß haben, voll beim Mosh abgehen, sich das Mikro holen und mitsingen, ob sie die Lyrics nun kennen oder nicht. Wir haben vor ein paar Wochen einen Gig gespielt und da war ein Typ, der buchstäblich jedes Wort von jedem unserer Songs kannte, der ist voll abgegangen. Das sind die Momente und die Leute, die mir zusätzliche Energie geben, noch einen Schritt weiterzugehen und noch besser als Band zu werden. Hardcore ist das Leben, also leb' es!


Weitere Infos zu My City Burning gibt es unter
www.myspace.com/mycityburning
www.mycityburning.com


Die Kommentarfunktion ist vorübergehend deaktiviert!