We Are The Ocean

We Are The Ocean

Band: We Are The Ocean

Interviewer: Christopher

Datum: 03. Dezember 2011

Nach einer imposanten Show im Luxor (Köln) haben wir Jack Spence von We Are The Ocean getroffen, die als Support-Act mit The Blackout auf Europatour waren. Über das neueste Album der Band könnt ihr hier noch mehr erfahren.


Wie war eure Show heute, hattet ihr Spaß?
Ja, wow, also für mich war das heute die absolut beste Show der Tour. Wir hatten echt jeden Menge Spaß. Deutschland ist immer ziemlich cool, sowieso macht es überall in Europa Spaß, aber heute Abend war wirklich der Wahnsinn. Das ist immer das Ding. Du kommst irgendwo hin wo du noch nie vorher warst und hast keinen Plan ob überhaupt irgendjemand zur Show kommt und dann stehen da plötzlich Leute, bewegen sich zu deiner Musik und singen wild mit. Wir waren in Polen an einem Ort an dem wir niemals damit gerechnet hätten, dass uns Support-Act jemand kennen würde, aber ein paar Leute waren doch da (lacht), aber natürlich kein Vergleich zu heute Abend, das eben haben wir wirklich genossen.


Also macht die Tour mit The Blackout jede Menge Spaß?
Ja, absolut. Wir sind in Großbritannien mit ihnen unterwegs gewesen bevor wir hierher gekommen sind und auch davor waren wir schon einmal mit ihnen in Großbritannien unterwegs. Es ist gut mit einer Band unterwegs zu sein, die man auch auf der persönlichen Ebene kennt und schätzt, vor allem zum Start der Tour wenn noch viele Fragen offen sind bezüglich der Shows und so weiter. Außerdem ist es cool, dass unsere Sounds zumindest einigermaßen ähnlich sind, sodass unsere Fans auch die Möglichkeit haben beide Bands an einem Abend cool zu finden und nicht von dem Support-Act plötzlich total abgeschreckt sind. Es ist cool wenn die Leute nicht nach der ersten Band gehen, sondern bleiben weil die kommenden Bands eine ähnlich gute Sache amchen. Und es ist doof, wenn Leute nur auf einem Konzert rumhängen um auf den Headliner zu warten und dafür drei oder vier Bands anschauen müssen, an denen sie gar nicht interessiert sind. Und ich glaube und hoffe, dass The Blackout und We Are The Ocean eine Menge Fans teilen, sowohl hier als auch in Großbritannien. Es funktioniert jedenfalls alles ganz wunderbar.

Ihr seid ja in letzter Zeit ziemlich viel auf Tour. Habt ihr durch das Touren Orte gesehen die euch wirklich gefallen haben, also, mehr als andere Orte vielleicht?

Ich mag Australien sehr gern und Prag steht immer auf meiner Liste der Lieblingsstädte. Aber letztendlich ist es so, dass wir auf Tour nur sehr wenig Zeit haben uns überhaupt mit den Orten oder Städten auseinanderzusetzen. Meist kommt man an, packt seinen Kram aus und ehe man sich versieht reist man schon weiter. Das was du dann aus den Städten und vor allem Venues mitnimmst ist die Atmosphäre der Show und die Art und Weise wie das Publikum mit dir interagiert hat. Ich erinnere mich beispielsweise an Polen, jedoch erinnere ich mich nicht mehr an die Stadt und die Umgebung des Clubs sondern einfach an die Fans die tatsächlich für uns gekommen waren. Und heute erinnere ich mich dann weniger an Köln als vielmehr an das wahnsinnig tolle Konzert, das wir alle genossen haben. Irgendwann waren wir auch mal in München im Backstage und dieser Club liegt wirklich nicht gerade im Stadtzentrum. Es war kalt, hat geregnet und da war nur diese eine Straße und wir alle dachten nur "Oh mein Gott, hier ist es echt abgefuckt, warum ist München so eine bekannte Stadt?". Aber vor kurzem waren wir dann in einem anderen Club, fast in der Innenstadt und hatten sogar ein paar Stunden Zeit abzuhängen. Glücklicherweise ist München also doch ganz cool. Im Endeffekt ist es einfach gut rauszukommen, rumzukommen, raus aus England, überall anders ist es nett (lacht).


Gibt es irgendwelche Bands mit denen du/ihr wahnsinnig gern auf Tour gehen würdet, vielleicht bestimmte Bands, von denen ihr euch auch inspirieren lasst?
So viele Bands. Wir waren überglücklich dass wir die Chance bekommen haben mit Thrice und Underoath zu touren. Vor einiger Zeit wären diese beiden Bands die Antwort auf die Frage gewesen und plötzlich waren wir dann schon mit ihnen auf Tour. Und jetz, puh, um in ganz großen Tönen zu sprechen, Foo Fighters, Rise Against und Jimmy Eat World, das wären so die ganz großen Dinger (lacht). Vor allem die Foo Fighters, ein so tolles Beispiel für eine Band deren jedes Album einfach gut ist, sie immer besser und größer werden. Das ist es worauf es heute ankommt, nach der ersten Hochphase noch Ideen zu haben und weiterzumachen. Und das tun sie quasi perfekt. Also wenn sie uns fragen würden, wären wir wohl dabei (lacht).

Hast ihr eventuell mal eine Band getroffen, von der ihr begeistert wart bevor ihr sie traft und dann habt ihr sie getroffen und so cool waren sie gar nicht?

Schwer zu sagen, nicht wirklich. Ich würde höchstens sagen dass es einige eher schüchterne Leute gibt. Wir haben ja diese fünf Shows mit Thrice gespielt und sie waren alle absolut nette Menschen. Aber insgesamt haben sie sich sehr zurückgehalten, man hat sehr wenig von ihnen gesehen oder mitbekommen Backstage. Ich meine, es ist wirklich nicht so als dass ich sagen würde es war doof mit ihnen, ganz im Gegenteil, aber ich hätte sehr gern noch ein wenig mit ihnen gequatscht und abgehangen. Sie touren natürlich schon seit vielen Jahren und wir sind im Vergleich absolute Newbies und kommen dann an von wegen "Hey yeah, was geht ab, lass uns 'n bisschen was trinken". Und sie haben das alles längst hinter sich (lacht), ich denke sie sind gute Jungs. Vielleicht hatten wir bislang einfach viel Glück. Ich hab echt fiese Geschichten vo irgendwelchen unfreundlichen Bands gehört, bei denen ich echt froh bin dass ich nicht dabei war. Andererseits muss man auch sehen, dass so eine Tour dich wirklich müde machen kann und du manchmal einfach keinen Bock hast auf small talk wenn du monatelang unterwegs bist.


Fühlt ihr euch einer bestimmten Szene zugehörig?
Ach ich weiß nicht. Der Kerrang in Großbritannien sprach von der Wiedergeburt des Rock'n Roll und kommt dann eben mit Bands wie The Blackout, You Me At Six, Enter Shikari und auch uns, also ja, irgendwie gibt es da eine Szene. Aber letztendlich fühlen wir uns vor allem uns und unsren Fans zugehörig. Wenn du in einer Szene steckst kann es auch ganz schnell passieren, dass du mit der Szene groß wirst und dann, nachdem der Hype vorbei ist, niemand mehr etwas von dir wissen will. Deswegen versuchen wir einfach unser Ding zu machen, ohne Szene und besonderen politischen Background oder so. Sowieso, cool genug sind wir ohnehin (lacht).


Ihr habt in diesem Jahr euer Album "Go Now And Live" veröffentlicht. Magst du uns davon erzählen?
Wir sind eine Band die wirklich von allem und jedem inspiriert wird, wir alle mögen ganz unterschiedliche Dinge. Für dieses Album hatten wir das erste Mal richtig Zeit uns hinzusetzen und die Songs ganz genau durchzugehen. Das erste Album war eher ein wenig aus dem Bauch heraus und wir wollten schnell fertig werden. Und dieses Mal ist es irgendwie so, dass wir wirklich denken unseren Sound gefunden zu haben. Es ist wirklich und endlich ein Album geworden auf das wir alle sehr stolz sind, weil eine Menge Herzblut hineingeflossen ist.

Womit geht es nach der jetzigen Tour weiter?

Ich schätze wir werden versuchen eine Menge Songs zu schreiben. Wir wollen es einfach noch besser machen und das jetzige Album auf jeden Fall toppen. Das heißt, wenn es ins Studie geht wollen wir mindestens 20 Songs mitnehmen, schauen welche Dinge wirklich gut funktionieren. Der Dezember ist auf jeden Fall dafür reserviert. Im Januar geht es dann wohl weiter mit den Gigs, wir haben uns immer sehr auf Grobritannien fokussiert, was sich auch wirklich ausgezahlt hat. Also wollen wir ein paar UK-Shows spielen und dann hoffentlich bald zurück hierher kommen, Australien und Amerika wären auch toll. Mal schauen was passiert... (lacht)

www.myspace.com/wearetheoceanuk

www.wearetheocean.co.uk

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