Craig Finn - Clear Heart, Full Eyes
Craig Finn mag für die meisten ein eher unbekannter Name sein. Seine Band The Hold Steady dagegen ist zurecht ein Begriff. Jetzt hat Finn ein Soloalbum herausgebracht. „Clear Heart, Full Eyes“ ist in weiten Teilen ähnlich wie der gewohnte Hold Steady-Klang und bringt darüber hinaus eigene Elemente ein – es ist ruhiger und gefühlsbetonter, lässt aber die großen Momente trotzdem nicht vermissen.
Mit „Apollo Baby“ fängt „Clear Heart, Full Eyes“ noch eher gewöhnungsbedürftig an. Aber das war mit The Hold Steady ja genauso, und am Ende haben die Songs doch alle ihre Wirkung entfaltet. Ein paar Songs später, bei „No Future“, horcht man dann das erste Mal wirklich auf und spätestens beim darauf folgenden „New Friend Jesus“ hat Finn einen. Bei dem Song, der auf jeden Fall der beste der CD ist, kann man einfach nicht still sitzen. Der Songtitel ist übrigens für einige Stellen auf dem Album Programm – Jesus hier, Gott da, Rettung. Schön, wenn es dann wie in „New Friend Jesus“ auch mit Humor zugeht, wo Finn singt: „It's hard to suck with Jesus in your band“. Zu den weiteren Anspieltipps gehören „Terrified Eyes“ und der letzte Track „Not Much Left Of Us“.
So bleibt festzuhalten: Freunde der gepflegten, mehr oder weniger ruhigen Musik mit feinen Melodien kommen hier auf jeden Fall auf ihre Kosten. Fans von The Hold Steady dürften an „Clear Heart, Full Eyes“ ebenfalls ihre Freude haben, auch wenn es an Hold Steady-Alben wie „Boys And Girls in America“ nicht herankommt. Trotzdem sollte man Finn eine Chance geben. Diese Stimme und Finns unverkennbarer Sprechgesang, diese Geschichten, die er erzählt – das bleibt definitiv länger im Kopf.
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