Jaakko & Jay (Luxor, Köln)
Jaakko & Jay klingt wie... eine Schreibmaschine, die Zinnfolie isst, während sie die Treppe heruntergetreten wird. Das meinen jedenfalls die zwei finnischen Herren zu ihrer Selbsteinschätzung. Man könnte auch sagen, Jaakko & Jay klingen als hätten sie eine Menge Hummeln im Hintern. Drauf losgeprescht und nicht zurückschauen. Die Energie, die man schon aus dem CD-Player gut heraushören kann, ist live dann noch ein bisschen hibbeliger. Und so heizen die unruhigen Finnen, die garantiert nicht langweilig stillsitzen, dem Kölner Publikum im Luxor als Vorband von Frank Turner ein. Mit Snare und Ride sitzt Jay hinter den Drums, während Jaakko und seine Akustikgitarre Geschichten aus dem Leben erzählen. Ekstatisch trägt das Duo seine Biertrinkhymnen vor. Wer sich einen Eindruck verschaffen will, wie das so klingt: Auf der Myspace-Seite der Band gibt es ein Quasi-fast-Cover von Cat Stevens „Wild World“, das dann aber in eine wilde Session ausartet und eigentlich nach gar nichts mehr so richtig klingt. Böse Zungen könnten munkeln, bei so einer Livepräsenz müssten doch Drogen im Spiel sein. Wer weiß – nach Bier, Büchern und Freunden sind auch „honest herbs“ nach eigener Aussage Einflüsse der Band. Ist aber letztlich auch egal, denn Jaakko & Jay machen eine Sache goldrichtig: Sie machen einfach mal was anderes. Sie versprühen ein Energiefeld und gehen auf die Fresse. Das macht zumindest zum Zuschauen großen Spaß.
http://www.myspace.com/jaakkonjay
06. Dezember 2009, von Franziska