Second Function - Dry, Crisp & Bittersweet

Second Function - Dry, Crisp & Bittersweet

Second Function? Noch nie gehört. Dabei hat das Zürcher Trio schon mit Biffy Clyro, Life of Agony und Twin Atlantic Shows gespielt. Ihr neues Album „Dry, Crisp & Bittersweet“ haben die Jungs in England mit John Mitchell (Enter Shikari, Funeral For A Friend) aufgenommen und in New York von Sara Register (Foo Fighters, Lou Reed, Garbage) mastern lassen. Alles große Namen also, in deren Sphäre sich Second Function bewegen.

Tatsächlich hört sich das Resultat, das aus zwölf Tracks besteht, überaus professionell gemacht an. In dieser Hinsicht passt eigentlich alles. Rockige Melodien sind mit fetten Riffs unterlegt, so dass der Eigenaussage, dass es „wuchtig“ klinge, zuzustimmen ist. Darüber hinaus kann man sich Songs wie
„Fresh & Blood“ oder „Behind Your Mask“ ziemlich gut im Radio vorstellen. Genremäßig könnten Second Function auf jeden Fall eine breitere Masse erreichen. Auch „Dark Wedding“ sticht durch seinen fast poppigen Sound hervor. Dann wieder geht es mit „Diversion“ ab in ruhigere Gefilde, obwohl hier vor allem die schrecklich nasale Monotonie auffällig ist.
Wenn man die CD dann aber, nachdem die letzten Töne vom Endtrack
„Red Soil“ ausgeklungen sind, nochmal Revue passieren lässt, stellt man fest – nichts. So sehr man eigentlich rein technisch nichts auszusetzen hat, will der Funke einfach nicht so richtig überspringen. Auch der Gesang von Flo Bühler ist manchmal einfach nicht so richtig überzeugend, weil er nicht als eigenständiges und markantes Element hervortritt. „Lock & Load“ wiederum geht dann wieder steil und ist einer der besten Songs des Albums.


Bleibt also zu sagen: Man hätte Second Function ja gern mehr gemocht. „Dry, Crisp & Bittersweet“ ist auch ohne Frage ein solides Rock-Pop-Album geworden, das mehr als sauber gemacht ist und den Zürchern sicherlich Scharen neuer Anhänger bescheren wird. Aber auf einer persönlicheren Ebene fehlt dem Trio am Ende die Eigenständigkeit, durch die man sich länger an sie erinnern würde. Dazu braucht es jedenfalls mehr als ein paar wenige Aha-Momente, die es auf "Cry, Crisp & Bittersweet" ansatzweise durchaus gibt.




secondfunction.com
myspace.com/secondfunction

11. Januar 2012, von Franziska
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